Die VZ-Gruppe hatte vor kurzem eine Pressemeldung mit den aktuellen Statistiken ihrer sozialen Netzwerke StudiVZ, MeinVZ sowie SchülerVZ herausgegeben.
Angesichts der veröffentlichten Zahlen leitete VZ-CEO Markus Berger-de León eine hohe Zufriedenheit der VZ-Nutzer ab.
Da zumindest in meinem Bekanntenkreis der Nutzungsgrad dramatisch zurückgegangen ist und ich somit eigentlich keinen Grund mehr habe, mich dort einzuloggen, frage ich mich, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist. Schließlich sind die VZ-Nutzer doch hochzufrieden
Da die VZ-Gruppe sich in der Pressemitteilung neben der Nutzerzahl von 16 Millionen auch mit der Anzahl der regelmäßigen Interaktionen brüstet, wollte ich die Statistiken sehr gern mit dem sozialen Netzwerk vergleichen, in dem meiner Ansicht nach einiges mehr los ist. Und das nicht nur in Form von Gruppen mit Titeln à la “Ich glühe härter vor als du Party machst”.
Die aktuellen Statistiken zur Nutzung von Facebook sind auf der Website des sozialen Netzwerks zu finden, jedoch erfassen diese die weltweite Nutzung.
Statistiken nach Ländern bietet zum Beispiel Facebakers.com, diese beinhalten jedoch nicht die Anzahl der Interaktionen.
Der Vergleich der Statisken der VZ-Gruppe und Facebook unter deutschen Nutzern ist demnach leider nur sehr schwierig möglich. Zumindest habe ich immernoch keine Zahlen zur Interaktion deutscher Nutzer auf Facebook finden können.
Deshalb schmeiße ich einfach mal die internationalen Facebook Nutzungsstatistiken in die Runde und stelle diejenigen Zahlen nebeneinander, welche sich mehr oder weniger mit den VZ-Zahlen aus der aktuellen Pressemitteilung vergleichen lassen.
Statistiken der Nutzung: VZ-Gruppe vs. Facebook
| VZ-Gruppe | Facebook weltweit |
|---|---|
| 16 Millonen Nutzer | 350 Millionen Nutzer |
| 1,4 Millionen Statusmeldungen täglich | 55 millionen Status-Updates täglich |
| 2 Millionen hochgeladene Fotos täglich | 2,5 Milliarden hochgeladene Fotos jeden Monat |
| Über 40% besuchen ihr VZ-Netzwerk mehrmals täglich. | 50% der aktiven Nutzer loggen sich jeden Tag ein. |
Let’s do the Maths
- Status-Updates: Rechnet man die Anzahl der Status-Updates auf die durchschnittlichen Updates pro Monat hoch, so sind es monatlich 2 bis 3 Status-Updates pro Nutzer in den VZ-Netzwerken, während es Facebook auf 4 bis 5 Updates pro Nutzer im Monat bringt. Diese Zahlen sind für mich sehr überraschend, da sie völlig meiner subjektiven Wahrnehmung widersprechen. Wenn mit Status-Updates in den VZ-Netzwerken der Buschfunk gemeint ist, so ist dort zumindest in meinem persönlichen Netzwerk um einiges weniger los als auf Facebook (Vielen Dank an Roy Heidemann für das Aufdecken des jetzt korrigierten Rechenfehlers).
- Fotos: Rechnet man diese auf Nutzer pro Monat hoch, so laden VZ-Nutzer durchschnittlich 3-4 Fotos pro Monat hoch, während Facebook-Nutzer ca. 7 Fotos monatlich im Schnitt hochladen. Hochgeladene Fotos sagen sicherlich nicht viel über die eigentliche Interaktion in sozialen Netzwerken aus, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass es darauf spezialisierte Plattformen wie Flickr oder Picassa gibt.
- Logins: Die beiden Statistiken von 40% bzw. 50% lassen sich eventuell nicht wirklich vergleichen, da bei den VZ-Netzwerken von mehrmaligen Logins pro Tag die Rede ist, während Facebook diejenigen aktiven Nutzer in ihrer Statistik führt, welche sich jeden Tag einloggen.
Nutzung in Zahlen: VZ-Gruppe vs. Facebook – ein kurzes Fazit
Wie bereits angedeutet ist meine subjektive Einschätzung, dass im StudiVZ die Interaktion langsam aber sicher einschläft. Wie es mit meinVZ und SchuelerVZ aussieht, kann ich nicht beurteilen. Auf Facebook hingegen sind zumindest die Leute in meinem Netzwerk weitaus aktiver.
Die verglichenen Zahlen der sozialen Netzwerke sind überraschend ähnlich. Jedoch habe ich hier sicherlich auch ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen, so dass ich immernoch auf besser vergleichbare Zahlen zur Interaktionshäufigkeit hoffe. Wichtig zu erwähnen ist sicherlich noch, dass die weltweiten Facebook Nutzungsstatistiken natürlich alle Länder mit einbeziehen und deren Nutzung sehr landesspezifisch ist.
P.S.: Vielen Dank an Joerg Reschke, dessen Präsentation Zahlen und Fakten: soziale Medien und Online-Spenden mich unter anderem zu diesem Post inspiriert hat.





