Facebook vs. Twitter vs. Google+ bei The Voice of Germany

 

Zum Finale der Sat1/Pro7 Produktion The Voice of Germany habe ich mal die Website der Show angesurft.
Zunächst muss man den Verantwortlichen sicherlich ein Kompliment machen. Noch während der Sendung wurden Mitschnitte der Auftritte hochgeladen, es gibt ein Archiv mit Videos nahezu aller Auftritte und selbstverständlich einen Link zu den Songs der Finalisten auf iTunes.

Was mir allerdings gleich bei Betrachten der Startseite auffiel, war die Anzahl der Likes / Mentions / +1 der vier Finalisten-Videos:

Es scheint, als wäre nahezu ausschließlich via Facebook mit dem Video-Content interagiert worden. Man könnte jetzt ad-hoc daraus schließen, dass Twitter und Google+ für die Nutzung während Live-TV Events nahezu bedeutungslos sind.

Beachten sollte man jedoch, dass die The Voice Facebook Page rund 421.000 Fans hat, während der Twitter Account lediglich etwa 50.500 Followers hat. Außerdem verfügen die Deeplinks der Videos nur über den Like- sowie den +1-Button, während die Homepage selbst in der Übersicht Buttons aller drei Dienste anzeigt.

Trotzdem verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass Twitter mehr und mehr obsolet wird. Nun da Facebook seit geraumer Zeit die Listen optimiert und Subscriptions eingeführt hat, gibt es für mich persönlich kaum noch einen Grund, auf Twitter aktiv zu sein, außer der zusätzlichen Reichweite und der Tatsache, dass man die Facebook Beiträge einiger Leute, denen man auf Twitter folgt, nicht abonnieren kann sowie der Aufwand, der betrieben werden müsste, um sein Twitter-Netzwerk 1:1 auf Facebook abzubilden.

Ja, und Google+? Offen gestanden logge ich mich nur ab und zu sein, um mir etwaige neue Funktionen anzuschauen. Ansonsten habe ich nicht das Gefühl, dass mir etwas an Informationen fehlt. Und qualitativ hochwertige Diskussionen kann man auch in Blogs und teilweise auf Facebook führen, wenn das denn als Pro-Argument für Google+ zu nennen wäre.

Um abschließend zum eigentlichen Titel des Blog Postings zurückzukommen, muss ich sagen, dass ich die Real-Time Kommunikation während Live-TV-Übertragungen wirklich sehr spannend finde.
Ich glaube Sat1/Pro7 hat  es mit der Website zur Show sowie der Auftritte in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter genau richtig gemacht und einerseits  Fans noch stärker an die Marke/Sendung gebunden sowie andererseits sicherlich nicht schlecht verdient an den ITunes-Verkäufen sowie der geschalteten Werbung vor den einzelnen Videos.

 
 

Die Google Plus 50 von Chris Brogan in deutscher Sprache

 

Chris Brogan, seines Zeichens renommierter Berater, Speaker und Blogger, hat sich mit Google+ auseinandergesetzt, um schließlich 50 Punkte festzuhalten, über die man sich Gedanken machen sollte.

Wenn ich mir schon ein solch umfangreiches Statement zu Google+ durchlese, dachte ich mir, übersetze ich es doch gleich einmal ins Deutsche und hoffe, dass der ein oder andere Punkt zur Diskussion anregen wird.

1. Google+ ist so konzipiert, dass es einen von Facebook, Twitter oder gar beiden weglocken könnte.

2. Falls Google+ einem wie FrienFeed vorkommt und man Sorge hat, es könnte ebenso verheizt werden, sollte man bedenken, dass Newt Gingrich schon dabei ist.

3. Mit einem G+ Account hat man unbegrenzten Speicherplatz für Fotos bei Picasa (Bedroung für Flickr und Facebook Fotos?!)

4. Mit “Circles” kann man die Privatssphäre in einer übersichtlichen und nachvollziehbaren Art und Weise kontrollieren.

5. Der “about” Bereich ist reichhaltig, robust, erlaubt Links, Fotos, QR Codes und mehr. Marketing-Menschen werden sich freuen.

6. Sobald Google+ beginnt den Page Rank zu beeinflussen, kommen SEO und SEM ins Spiel.

7. When Google Music genauso nahtlos wie YouTube integriert wird, wird Google+ sofort eine ausgereifte Entertainment Medienplattform sein.

8. Die Anroid Integration für Google+ ist bereits klasse. Sollte Google+ sehr gut laufen, könnte dies die Wahl von mobilen Betriebssystemen beeinflussen (sehr spekulativ).

9. Man brauch kein quora wenn man spezifische Fragen in G+ stellen und diese in bestimmten Circles, etc. teilen kann.

10. Das Live Video Chat Feature ist eine starke Ergänzung für Kollaborationsszenarien.

“Man sollte sich fragen: ‘Sollte ich vor allen anderen dabei sein? Wenn ich mich ein Jahr lang nicht damit beschäftige, verliere ich an Boden? Wenn es gerade erst gelaunched ist, wieso sollte ich mich überhaupt schon mit Google Plus beschäftigen?’”

11. Eine eigenständie Google+ Apps Version plus Google Docs würde eine sehr leistungsstarke Business Collaboration Umgebung darstellen und könnte somit die meisten White Label Social Enterprise Technologien ausstechen.

12. Indem G+ unsere Kommentar-Streams sieht, kann Google bessere Abbilder des Social Graphs entfwerfen und AdSense integrieren.

13. Sollte Google+ die Integration von WordPress-Kommentaren anbieten, würde Chris Brogan (Autor der 50 Punkte) dies sofort nutzen.

14. Der lahme +1 Button von vor ein paar Monaten ist nun etwas ziemlich wertvolles geworden, wenn G+ gut läuft.

15. Man weist immer wieder darauf hin, das Facebook 600 Millionen User hat und argumentiert, dass die Leute dort bleiben werden. Wenn man sich jedoch an AOL erinnert, ist das nur eines von vielen Beispielen dafür, dass Leute durchaus abwandern.

16. Es tummeln sich unglaublich viele große Namen auf Google+, um es auszuprobieren. Das mag daran liegen, dass auf G+ alles so sichtbar ist, aber Leute wie Michael Dell und Marc Zuckerberg auf der Plattform zu haben hat, schon was.

17. G+ sorgt dafür, dass GMail mehr genutzt wird. Der Autor hatte z.B. 15 Non-spam Nachrichten in 2 Tagen bekommen, davor 2 Jahre lang überhaupt keine.

18. Wenn Google Calendar integriert wird und es in Richtung tungle geht, könnte der soziale Kalender ziemlich interessant werden.

19. Google Buzz, dass für die meisten im Nirvana gelandet zu sein scheint, sieht nun nach einem netten Sharing Stream im G+ Profile aus, vor allem wenn man viel per Google Reader teilt.

20. Die Anzeige der Bilder in Google+ ist umwerfend und trägt seinen Beitrag dazu bei, G+ zu einer erstaunlichen Medien-Plattform zu machen. Sobald G+ Firmen-Profile zur Verfügung stellt, wird Google+ ein noch größeres Thema sein.

“Könnten Googles Anstrengungen ein Betriebssystem zu entwerfen und der eindrucksvolle Wachstum im Mobile-Markt dazu führen, schnell an Twitter oder Facebook vorbei zu ziehen? Wohl nicht, aber Google ist reich genug, um lange dabei zu sein. Und wenn man an all die zahlreichen Integrationen denkt, sollte man Google nicht aus den Augen lassen.”

21. Durch Google’s Chrome Betriebssystem sowie der starken Verbreitung von Android, ist Google+ nun eine ziemlich starke, integrierter Service für Kommunikation, Media und Sharing auf mehreren, systemeigenen Plattformen. Außerdem wird G+ von Browsern anderer Systeme unterstützt.

22. Man kann Google Translate für Hangouts (Live Multi-User Video Chats) nutzen, um mehrsprachige Kommunikation zu erleichtern. Weder Skype noch Facetime sind dazu momentan in der Lage.

23. Google+ ist perfekt für Social Customer Service konfiguriert. Sie müssten nur Suchmöglichkeiten integrierten, ähnlich wie search.twitter.com es tut.

24. Es wäre kein großer Aufwand Google Voice und somit SMS zu integrieren. GTalk unterstützt außerdem bereits Voice und 1-to-1-Video.

25. Der Autor glaub nicht, dass es sinnvoll wäre, Blogger zu integrieren, da WordPress weitaus besser da steht.

26. G+ wird Bloggen nicht ersetzen, könnte aber ähnlich zu einer sinkenden Blogging-Aktivität beitragen, wie Facebook und Twitter es getan haben. G+ macht es halt sehr einfach zu sehen, wie man die selben Dinge in G+ tun kann und dabei eventuell mehr an Fahrt gewinnt.

27. (Man sollte sich von Nr. 26 nicht verbiegen lassen. Der eigene Blog ist das eigene Heim, während das Bloggen auf einer andere Plattform eher dem Mieten eines Hotelzimmers gleicht, wo man die eigenen Bilder aufhängt und denkt, es würde einem selbst gehören).

28. Twitter vermittelt ein saubereres Newsroom-Gefühl, aber G+ bietet weitaus mehr Möglichkeiten eine Story zu vermitteln und zu verbreiten. Ein News Circle in G+ würde sich so reichhaltig anfühlen wie auf flipboard

29. G+ auf einem Android Tablet ist verdammt gut.

30. Die Integration von Werbung erscheint bisher simpel und offensichtlich. Integration von e-Commerce ist anscheinend auch nicht so schwierig.

“Wird der Mainstream Google+ genauso aufnehmen wie einst Twitter? Bedeuten die unschönen Google+ Account URLs, dass man sie nicht so einfach verständlich in Radio und Fernsehen teilen kann, wie es bei Twitter der Fall ist?”

31. Wenn man seinen Aufenthaltsort mittels Handy preisgibt, erstellt G+ “nearby” Circles und ermöglicht somit lokalbasierte soziale Netzwerke.

32. Sollte G+ etwas besonderes mit QR vorhaben und stärker auf das Senden ortsbasierter Medien setzen, entstünde hier eine wichtige Marketing-Möglichkeit.

33. G+ könnte theoreitsch sehr interessante Möglichkeiten des Multi-Format Publishing (Mehrformatherausgabe) bieten: Mixt man Audio, Video, Foto, Text, Link und Location-Informationen in einem “Package” oder einem “Project”, hat man eine leistungsstarke digitale Veröffentlichungs-Plattform.

34. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir den ersten Hangout Live Music Jam erleben? Dann würden nur noch ein Aufnahme-Button und eine Kasse fehlen, um Micro-Content verkaufen zu können.

35. Wäre Google Places in Google+ integriert und man würde die mobile/nearby Funktion nutzen, könnten interessante Daten für Marketer oder Forscher entstehen.

36. Die Bedeutung des technischen Nutzens von Google+ für gemeinnützige Organisationen könnte sehr interessant sein, vor allem wenn man sich eine Art Google Pages für Google+ vorstellt.

37. Wenn man Google Präsentationen seinem Stream hinzufügen kann, kann man Business Informationen auf sehr praktische Weise innerhalb des Systems teilen.

38. Es sollte die Möglichkeit geben eine seinem Profil eine Notiz hinzuzufügen, um eine Art “Daily Status” festzulegen oder besondere Status Updates hervorzugeben.

39. Wenn Google+ Off-Site Sharing und/oder Bookmarking und einen eigenen URL-Shortener mit Statistiken integriert.

40. Es gibt keine Funktion für private Nachrichten, dafür gibt es auf jeder Profilseite die Möglichkeit, eine E-Mail  zu senden. Das ist einerseits umständlich und widerstrebt andererseits Googles Motivation alles zu veröffentlichen im Gegensatz zu Facebook und Twitter, wo man zwar auch nur glaubt, Privatssphäre zu haben, es einem aber zumindest vermittelt wird.

“Ruft man sich kurz ins Gedächtnis, dass Googles größte Einnahmequelle das Anbieten von zielgerichteter Werbung ist, was tut die Google+ Plattform dann, um Googles Daten-Set zu erweitern? Ein Kleiner Tipp: Jede Menge!”

41. Der Spark-Bereich überzeugt noch nicht wirklich. Fügt man jedoch vom Nutzer erzeugte Inhalte hinzu und lässt den Nutzer zum “Kurator” dieses Bereichs werden, sieht das ganze schon ganz anders aus.

42. Google sollte alltop kaufen und Spark damit ersetzen.

43. Könnten Nutzer sich selbst zu öffentlichen oder privaten Circles hinzufügen, wäre Google+ das ultimative Tool zur Online Event-Registrierung.

44. Hashtags funktionieren nicht wie bei Twitter. Was man bräuchte wären Tools, um eine eigene FOlksonomy aufzubauen. Wenn Google diese implementieren würde, stünden ihnen noch interessantere Social Graphs zur Verfügung.

45. Ford hat sich Google+ bereits sehr genau angeschaut. Ortsbasierte Daten plus Paces plus die Daten der Nutzer und ihrer Freunde sorgen für ein hochwertiges Marketing-Profil und einige wirklich hilfreiche Tools.

46. Google+ wäre die ideale Umgebung für moralisch sauberes Affiliate-Marketing. Vorausgesetzt ein Konzept von Objekten bzw. Dingen würde existieren. Man könnte z.B. schreiben “Mein neues !HTC Legend! ist der Knaller”, wobei !HTC Legend! ein Link wäre, der ein paar Cent generiert, sobald jemand ein solches Gerät aufgrund meiner Empfehlung kauft.

47. Es gab sehr früh bereits Sorgen, dass Marketing-Menschen all die positiven Aspekte ruinieren könnten. Diese Sorgen sind berechtigt. Schließlich handelt es sich um eine neue Plattform, auf der es zu experimentieren gilt, was auch geschehen wird. Der Autor ist trotzdem optimistisch.

48. Kleinere Unternehmen würden von einer Integration von Places, Pages und Google+ profitieren. SOcial Customer Service wäre ein leichtes.

49. Sobald man einige RSS-Feeds von gespeicherten Suchen direkt in Google+ einfließen lassen kann, könnte man mit Google+ einerseits Medien passiv konsumieren, andererseits aber auch aktiv selbst gestalten.

50. Die Idee der “Trending Topics” wäre exponentiell wertvoller innerhalb von Google+, je nach dem wie die Algorithmen darüber denken.

 
 

VZ-Netzwerke StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ gestalten Buschfunk und persönliche Startseite neu

 

Zum Wochenbeginn wurde die Startseite der VZ-Netzwerke StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ einem Facelift unterzogen.
Auf der “grafisch klarer gestalteten Startseite” erhalte man nun einen “Überblick über Statusmeldungen (Funksprüche), neu geschlossene Freundschaften, Applikationen und Fotos ihrer Freunde.”

Außerdem wurde der Buschfunk, in Facebook-Kreisen auch Status genannt, um einige Features erweitert. So zeigt dieser Stream nun neben Statusmeldungen bzw. Funksprüchen neu geschlossene Freundschaften, Applikationen und Fotos von Freunden. Im nächsten Release sollen Meldungen zu Gruppenmitgliedschaften, Pinnwandeinträgen, Profiländerungen und Foto-Verlinkungen folgen.

Auch ist es nun endlich möglich, Statusmeldungen zu kommentieren, wie man es von Facebook kennt.

Folgender Screenshot zeigt die neue Startseite sowie den Buschfunk:

Wie der Kommentar des StudiVZ Nutzers schon andeutet: Man hat mal wieder kräftig bei Facebook abgeguckt. Mittlerweile würde ich das der VZ-Gruppe jedoch nicht einmal mehr vorwerfen. Es handelt sich schlichtweg um Best Practice Features, die ein soziales Netzwerk zur Verfügung stellen sollte, um die Interaktion der Mitglieder anzuregen.

Die VZ-Gruppe hebt weiterhin die Privatsphäre-Einstellungen hervor. Hier könne man “Funksprüche und jede Meldung einzeln wählen, ob die jeweilige Nachricht allen Freunden, nur ausgewählten Freunden oder keinem angezeigt werden soll. Im Gegenzug entscheiden die VZ-Mitglieder, welche Informationen sie von ihren Freunden erhalten möchten.”

Das ganze sieht dann so aus:

Die VZ-Netzwerke würden mit diesem “neuen Key-Feature [...] den Prinzipien des Datenschutzes und der Usability gerecht.”

Ich persönlich finde die Startseite überladen und übertrieben, dieses Standardfeature heutiger Social Networks als “Key-Feature” zu bezeichnen. Was mich aber nicht stören soll. Denn eingeloggt habe ich mich nur, um die Screenshots zu machen und dann schnell wieder zurück zu Facebook zu hüpfen.

 
 

Facebook vs. StudiVZ: VZ-Chef Boss Riedl versucht verlorenen Boden zu erklären

 

Erst einmal vielen Dank an André Vatter von basicthinking.de für das Beiwohnen der Cebit-Gesprächsrunde zum Thema “Die Zukunft der sozialen Netzwerke“.

Dass ich, wie viele andere Studis aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis das soziale Netzwerk Facebook gegenüber StudiVZ klar favorisieren, ist kein Geheimnis. Auf diesem Blog habe ich mich bereits in einigen Artikeln mit den sozialen Netzwerken Facebook und StudiVZ auseinandergesetzt.

Bevor ich meine bescheidene Meinung zu den fragwürdigen Aussagen des neuen VZ-Geschäftsführers Clemens Riedls äußere, hier der Kontext hinsichtlich Riedls Aussagen, den Basic Thinking freundlicherweise geliefert hat:

Facebooks jüngster Wachstumsschub rühre einzig daher, dass das Netzwerk mit unfairem Spam um sich schleudere. Nichtmitglieder würden mit falschen Einladungen von Freunden und Bekannten auf Facebook gelockt: “Angeblich soll sogar meine Mutter dort sein! Doch sie ist nicht bei Facebook”, so Riedl. Die US-Plattform sei dabei, ein nach deutschen Maßstäben “illegales Schattennetzwerk” zu etablieren. “Das hat nichts mit Privacy oder Vertrauen zu tun – unter deutschem Datenschutz ist so etwas undenkbar.”

Genau das ist auch das Problem, das Riedl mit Facebook hat: Seiner Meinung nach können die Amerikaner hierzulande ungestört expandieren, weil deutsche Regeln (was Datensicherheit und informelle Selbstbestimmung angeht) sie nicht betreffen. StudiVZ und Co. müssten sich aber an die Vorgaben aus Berlin halten: “Das ist eine klare Benachteiligung unserer Netzwerke.”

Mit dem Vorwurf des “Facebook-Bashings” konfroniert, antwortete Riedl knapp: “Wenn das Bashing ist, dann stehen wir auch dazu!”

Riedl kündigte an, dass der Buschfunk “in den kommenden Wochen” weiter aufgebohrt werden soll, am Ende steht eine neue Funktion mit dem Namen “Deutschland in Echtzeit” – eine Antwort auf die neuen Bedürfnisse im Realtime-Web.

Hier nun meine 7-minütige Meinung zur Thematik:

 
 

Julia: Braucht die Welt solche Dinge wie Twitter? Sascha Lobo: Ja, weil…

 

Eine Freundin hat auf der komischer-typ.de Facebook Page die Frage in den virtuellen Raum gestellt, wieso sie überhaupt Twitter nutzen sollte und repräsentiert damit leider (oder Gott sei Dank?) einen großen Teil meines nicht ganz so nerdigen Freundeskreises. Also…

Wie erklärt man seinen Freunden die Mehrwerte von Microblogging und co.?

Eigentlich hatte ich über diese “Problematik” immer mal wieder einen längeren Artikel verfassen wollen, die sozial-mediale 1:n Kommunikation hat mir dies jedoch erst einmal abgenommen. Erfreulicherweise war n in diesem Falle kein geringerer als Sascha Lobo.

Dieser hat nämlich freundlicherweise eine sehr ausführliche, geistreiche und nichtsdestrotz verständliche Antwort gegeben auf die Frage:

Braucht die Welt solche Dinge wie Twitter?

Wie erwähnt ist der Original-Thread auf der Facebook-Page zu finden, jedoch fand ich, dass die Antwort trotz informationaller Redundanz auch hier ihren Platz verdient hat. Hier nun also Frage und Antwort:

Julia: “Braucht die Welt solche Dinge wie Twitter?”

Twitter und auch der Buschfunk im StudiVz erscheinen mir nur als Medium über das Leute ihre unterdrückten exhibitionistischen Neigungen ausleben können und ich den ganzen Tag mit Informationen gefüttert werde, die mich doch eigentlich gar nicht interessieren.

Ich frage mich: Warum wollen Leute der Welt mitteilen, dass die Tomatensauße auf den Nudeln versalzen war oder sie grün gelb geringelte Zehensocken tragen?

Auf der anderen Seite: Wer schützt denn eigentlich den Schreiber, vor allem wenn er minderjährig ist? Oder den über den vielleicht geschrieben wird? Die Palette für Missbrauch erscheint mir riesengroß und es drängt sich mir nach wie vor die Frage auf: Will ich eine Welt, die so klein ist, dass ich über jeden Schritt des anderen bescheid weiß? Können die sicher vorhandenen Vorteile die Nachteile aufwiegen oder sehe ich das zu eng?

Kann mir jemand Twitter und Co. näher bringen?

Saschas Antwort

Ich tue mal so, als hättest du eine unvoreingenommene Frage gestellt (“Wer braucht Twitter?”) und nicht schon deine Wunschantwort in die Fragestellung eingebaut.

Zunächst: bei neuen kulturtechnologischen Entwicklungen ist die Frage “Wer braucht das?” interessanterweise keine, die man stellen muss. Denn in aller Regel ist allein schon die Tatsache, dass man davon erfährt, ein Beweis, dass ausreichend viele Menschen diese Erfindung benutzen und auch noch darüber sprechen. Von den Dingen, die wirklich niemand braucht (auch die gibt es, keine Frage), erfährt man gar nicht erst. Sie interessieren keinen und werden deshalb auch nicht weitererzählt.

Twitter. Twitter ist der Vorbote des Real Time Webs, also Echtzeit-Netz, das in meinen Augen einen ähnlichen Impact haben wird wie das Social Web (und daran direkt angrenzt). Twitter gibt dir das Gefühl, live dabei zu sein bei dem, was im Netz passiert. Und da das Netz und die Kohlenstoffwelt immer stärker miteinander verschmelzen, hast du schnell das Gefühl (nur das Gefühl übrigens, stimmt in echt gar nicht, aber egal), überall auf der Welt, wo etwas passiert, einen privaten Sonderkorrespondenten zu haben. Einen Augenzeugen vor Ort.

Gleichzeitig ist Twitter eine Empfehlungsmaschine. Für alles. Die zehn interessantesten Links der letzten Wochen habe ich über Twitter bekommen, weil Twitter mir Interessantes präsentiert, ohne dass ich danach gesucht hätte. Dieses Prinzip, Serendipity genannt, ist einer der wichtigsten Treiber des Internet, nebenbei gesagt, und genau dafür ist Microblogging perfekt geeignet. Du stehst vor einem Strom aus tausenden Nachrichten, 90% sind egal, 9% sozial interessant und 1% sind für dich von wie auch immer gearteten inhaltlichem Wert.

Privat erfüllt Twitter das Bedürfnis nach Microkommunikation. Da ist es nicht anders als andere Kommunikation. Wenn du dich in deiner Frage lustig machst darüber, dass Menschen über versalzenes Essen sprechen – willkommen im Leben. Genau über soetwas reden Menschen den ganzen Tag. Manche sogar ausschließlich. Hör’ dir mal an, was in den Haushalten gesprochen wird, in den Geschäften, auf der Strasse, in den Kneipen. Kurz: Kommunikation, die so wirkt, als sei sie irrelevanter Quatsch – ist allgegenwärtig. Auf Twitter wie in der Kohlenstoffwelt. Das ist also kein Kriterium, Twitter abzulehnen, sondern höchstens ein Kriterium, um Menschen abzulehnen. Es handelt sich bei dieser Quatschkommunikation vermutlich um eine Mischung aus sozialer Interaktion und gegenseitiger Bestätigung, aber das führt etwas vom Weg weg.

Schließlich möchte ich dir ans Herz legen, nicht nur mit Twitter, sondern mit allen möglichen Entwicklungen unvoreingenommener umzugehen. Selbst auszuprobieren, auch die Untiefen mitzunehmen, dich sachkundig zu machen, selbst nachzuforschen. Dann kann man es immer noch ablehnen, es gibt ja keine Twitterpflicht. Aber so verächtlich, wie du gerade von Twitter gesprochen hast, reden andere von Facebook, dritte vom Internet, vierte vom Fernsehen und noch ganz andere von der westlichen Zivilisation. Ein Ablehnungsmuster also, das fast unabhängig ist vom Inhalt. Und schon deshalb hinterfragt gehört. Man möchte sich ja nicht von Mustern leiten lassen im Leben, ausser man arbeitet in der Modeindustrie.

Danke Julia.
Danke Sascha.
Danke Facebook.
Danke Social Media.

 
 

Vergleich der Nutzer-Interaktionen in StudiVZ, MeinVZ & SchülerVZ vs. Facebook

 

Die VZ-Gruppe hatte vor kurzem eine Pressemeldung mit den aktuellen Statistiken ihrer sozialen Netzwerke StudiVZ, MeinVZ sowie SchülerVZ herausgegeben.

Angesichts der veröffentlichten Zahlen leitete VZ-CEO Markus Berger-de León eine hohe Zufriedenheit der VZ-Nutzer ab.
Da zumindest in meinem Bekanntenkreis der Nutzungsgrad dramatisch zurückgegangen ist und ich somit eigentlich keinen Grund mehr habe, mich dort einzuloggen, frage ich mich, ob das nur mein subjektiver Eindruck ist. Schließlich sind die VZ-Nutzer doch hochzufrieden ;-)

Da die VZ-Gruppe sich in der Pressemitteilung neben der Nutzerzahl von 16 Millionen auch mit der Anzahl der regelmäßigen Interaktionen brüstet, wollte ich die Statistiken sehr gern mit dem sozialen Netzwerk vergleichen, in dem meiner Ansicht nach einiges mehr los ist. Und das nicht nur in Form von Gruppen mit Titeln à la “Ich glühe härter vor als du Party machst”.

Facebook

Die aktuellen Statistiken zur Nutzung von Facebook sind auf der Website des sozialen Netzwerks zu finden, jedoch erfassen diese die weltweite Nutzung.
Statistiken nach Ländern bietet zum Beispiel Facebakers.com, diese beinhalten jedoch nicht die Anzahl der Interaktionen.

Der Vergleich der Statisken der VZ-Gruppe und Facebook unter deutschen Nutzern ist demnach leider nur sehr schwierig möglich. Zumindest habe ich immernoch keine Zahlen zur Interaktion deutscher Nutzer auf Facebook finden können.

Deshalb schmeiße ich einfach mal die internationalen Facebook Nutzungsstatistiken in die Runde und stelle diejenigen Zahlen  nebeneinander, welche sich  mehr oder weniger mit den VZ-Zahlen aus der aktuellen Pressemitteilung vergleichen lassen.

Statistiken der Nutzung: VZ-Gruppe vs. Facebook

VZ-Gruppe Facebook weltweit
16 Millonen Nutzer 350 Millionen Nutzer
1,4 Millionen Statusmeldungen täglich 55 millionen Status-Updates täglich
2 Millionen hochgeladene Fotos täglich 2,5 Milliarden hochgeladene Fotos jeden Monat
Über 40% besuchen ihr VZ-Netzwerk mehrmals täglich. 50% der aktiven Nutzer loggen sich jeden Tag ein.

Let’s do the Maths

  • Status-Updates: Rechnet man die Anzahl der Status-Updates auf die durchschnittlichen Updates pro Monat hoch, so sind es monatlich 2 bis 3 Status-Updates pro Nutzer in den VZ-Netzwerken, während es Facebook auf 4 bis 5 Updates pro Nutzer im Monat bringt. Diese Zahlen sind für mich sehr überraschend, da sie völlig meiner subjektiven Wahrnehmung widersprechen. Wenn mit Status-Updates in den VZ-Netzwerken der Buschfunk gemeint ist, so ist dort zumindest in meinem persönlichen Netzwerk um einiges weniger los als auf Facebook (Vielen Dank an Roy Heidemann für das Aufdecken des jetzt korrigierten Rechenfehlers).
  • Fotos: Rechnet man diese auf Nutzer pro Monat hoch, so laden VZ-Nutzer durchschnittlich 3-4 Fotos pro Monat hoch, während Facebook-Nutzer ca. 7 Fotos monatlich im Schnitt hochladen. Hochgeladene Fotos sagen sicherlich nicht viel über die eigentliche Interaktion in sozialen Netzwerken aus, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass es darauf spezialisierte Plattformen wie Flickr oder Picassa gibt.
  • Logins: Die beiden Statistiken von 40% bzw. 50% lassen sich eventuell nicht wirklich vergleichen, da bei den VZ-Netzwerken von mehrmaligen Logins pro Tag die Rede ist, während Facebook diejenigen aktiven Nutzer in ihrer Statistik führt, welche sich jeden Tag einloggen.

Nutzung in Zahlen: VZ-Gruppe vs. Facebook – ein kurzes Fazit

Wie bereits angedeutet ist meine subjektive Einschätzung, dass im StudiVZ die Interaktion langsam aber sicher einschläft. Wie es mit meinVZ und SchuelerVZ aussieht, kann ich nicht beurteilen. Auf Facebook hingegen sind zumindest die Leute in meinem Netzwerk weitaus aktiver.

Die verglichenen Zahlen der sozialen Netzwerke sind überraschend ähnlich. Jedoch habe ich hier sicherlich auch ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen, so dass ich immernoch auf besser vergleichbare Zahlen zur Interaktionshäufigkeit hoffe. Wichtig zu erwähnen ist sicherlich noch, dass die weltweiten Facebook Nutzungsstatistiken natürlich alle Länder mit einbeziehen und deren Nutzung sehr landesspezifisch ist.

P.S.: Vielen Dank an Joerg Reschke, dessen Präsentation Zahlen und Fakten: soziale Medien und Online-Spenden mich unter anderem zu diesem Post inspiriert hat.

 
 

VZ-Netzwerke bauen Spitzenposition in Deutschland mit 16 Millionen registrierten Nutzern weiter aus

 

Wie die VZ-Gruppe gestern in einer Pressemitteilung verlauten ließ, haben StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ mit 16 Millionen Nutzern in Deutschland weiterhin die Social-Networking-Nase vorn. Facebook beispielsweise wird in Deutschland von lediglich knapp 6 Millionen Menschen genutzt.

Neben der Reichweite heißt es, dass die VZ-Netzwerke auch bei der Nutzung und Aktivität die Nummer 1 in Deutschland sind und belegen dies mit folgenden Zahlen:

Frequenz der Besuche

  • Über 40 Prozent besuchen ihr VZ-Netzwerk mehrmals täglich
  • 60 Prozent mehrmals wöchentlich
  • Über 80 Prozent mehrmals monatlich

Durchschnittliche Interaktion

  • Täglich 13 Millionen verschickte Nachrichten
  • 2 Millionen hochgeladene Fotos
  • Austausch in über 9 Millionen Gruppen
  • 1,4 Millionen Statusmeldungen

Diese Zahlen drückten laut CEO Markus Berger-de León die hohe Zufriedenheit der VZ-Nutzer aus.

An der Richtigkeit der Zahlen wage ich keinen Zweifel zu hegen, jedoch ist mein subjektiver Eindruck was die tägliche Interaktion angeht, eine völlig andere. Viele meiner Freunde teilen diese Meinung und loggen sich im StudiVZ nicht einmal mehr ein, da “dort ja eh nichts los ist”. Diese subjektive Erfahrung ist wohl nur eine logische Konsequenz daraus, dass in meinem Bekanntenkreis viele Leute in letzter Zeit angefangen haben, Facebook zu nutzen und somit nicht unbedingt Lust haben das StudiVZ auch noch zu pflegen. Gelöscht haben ihren VZ-Account jedoch nur wenige. Auch ich werde das nicht tun, man könnte ja “etwas verpassen”.

Was die Interaktionshäufigkeit angeht, stellt sich mir die Frage, wie diese im Vergleich zu Facebook (de) aussieht, denn, wie bereits angedeutet, ist mein eigener Eindruck, dass im StudiVZ nicht gerade der Bär steppt.

Was ist euer Eindruck (andere Bekanntenkreise, andere Sitten)?

Und: Gibt es Statistiken über die Interaktionshäufigkeit auf Facebook? Ich finde leider nur die Besucherzahlen.