Diese Woche im Spiegel – Der Spiegel KW10

 

Da ich seit nunmehr fast 10 Jahren mit Unterbrechungen den Spiegel abonniert habe, möchte ich an dieser Stelle nunmehr wöchentlich eine Auswahl jener Artikel posten, welche ich lesenswert finde.

Ich stelle mir also vor, ich hätte den Spiegel nicht abonniert, sondern ginge zum Kiosk und würde beim Durchblättern des Magazins durch Überfliegen der Artikel abwägen, ob ich die 4€ investiere möchte. Eventuell kann ich dem ein oder anderen so den Spontankauf oder den Verzicht darauf ein wenig erleichtern.

Natürlich decken sich meine thematischen Interessen nicht mit jedermann. Ich finde es aber dennoch sinnvoller, als alle Artikel herunterzurattern. Ich werde im Laufe der Woche mal schauen, inwiefern ich den Überblick jeweils verbessern kann. Feedback ist wie immer erwünscht.

Hier nun die von mir als interessant empfundenen Themenbereiche und Artikel im Spiegel 10/2012:

Titelgeschichte: Ist ein israelischer Angriff auf Iran noch zu stoppen?
Der Artikel basiert auf Informationen der IAEA, westlichen Geheimdienstexperten, israelischen Regierungskreisen und Gesprächen mit Ahmadinedschad. Die Journalisten hatten für die Recherche außerdem die Möglichkeit geschützte Nuklearlabors- und Reaktoren zu betreten.

Atomausstieg:
Umweltminister Norbert Röttgen verteidigt im Interview die Energiewende.

Abschiede:
Viele Migranten verehren Wulff weiterhin.

Bildung:
Zulauf auf Hochschulen wird noch Jahrzehnte anhalten.

Verteidigung:
de Maizière zum Rückzug der Bundeswehr in Afghanistan

Akademiker:
Stoibers Sohn unter Plagiatsverdacht

Szene:
Ein Comic wirbt für die Entkriminalisierung der Prostitution.

Hightech:
Computerchips haben die Welt revolutioniert – nun machen sie den Menschen häufig überflüssig.

Geschenke:
Seit der Wulff-Affäre wissen viele Politiker nicht mehr, was noch statthaft ist und was nicht.

Panorama:
Venezulas Präsident Chávez macht Wahlkampf mit seiner Krebserkrankung / Die EU im Bortschafterkrieg mit Weißtrussland

Russland:
Rockmusiker Jurij Schwetschuk über die Mossakeuer Proteste und seinen Traum von einem russichen Mahatma Gandhi.

Fußball:
Die skurrile Rückkehr des Trainers Otto Rehhagel in die Bundesliga

Atomkraft:
Ein Jahr nach Fukushima – steht die Kernenergie vor einer Renaissance?

Interview mit zwei deutschen Technikern über ihre Erlebnisse im AKW Fukushima und ihre Schlussfolgerungen aus der Katastrophe

Kunst:
Fälscher Wolfgang Beltracchi und seine Frau Helene über den größten Kunstskandal nach dem zweiten Weltkrieg

Essay:
Was die 68er und die Netaktivisten von heute verbindet

Presse:
Interview mit der Newsweek-Chefredakteurin Tina Brown über Quoten und Qualität

 
 

Reinfallsreiches Fälschen von Amazon Rezensionen

 

Dass Firmen als auch Privatpersonen bzw. Autoren Rezensionen fälschen und Meinungen zu Produkten und Dienstleistungen erfunden und beeinflusst werden, ist nichts Neues.

Wie plump dabei aber teilweise vorgegangen wird, habe ich durch Zufall gerade anhand einer kopierten Rezension aus dem Jahre 2004 erfahren dürfen, die ich damals zu Nick Hornby’s Fever Pitch geschrieben hatte. Im Original lautete sie:

[...] The book is not just about the author (who’s the protagonist) going to football matches, coming home and getting depressed, sad or what so ever.

It’s more than that – it’s about growing up (gaining independence, leaving school and going to college, falling in love, etc.),
whether watching football is a sensible way to spend one’s time and how people are affected by it,
about human relationships, family(especially the relationship towards one’s parents),
class(football isn’t just a working class kind of thing indeed!), despair, joy and last but not least identity which I consider
as a very interesting part of the book because it examines the different attitudes, habits, accents, backgrounds, origins, etc.
of the people (in this case: football fans ;) ) in Great Britain AND the whole world.

Additionally, I could identify myself with the author in several situations which often made me laugh but sometimes also set me thinking.

Nun hat der Nutzer MartinFrancs 2006 folgende Rezension zum gleichen Werk verfasst:

The book is not just about the author (who’s the protagonist) going to football matches, coming home and getting depressed, sad or what so ever. 

It’s more than that – it’s about growing up (gaining independence, leaving school and going to college, falling in love, etc.), 
whether watching football is a sensible way to spend one’s time and how people are affected by it, 
about human relationships, family(especially the relationship towards one’s parents), 
class(football isn’t just a working class kind of thing indeed!), despair, joy and last but not least identity which I consider 
as a very interesting part of the book because it examines the different attitudes, habits, accents, backgrounds, origins, etc. 
of the people (in this case: football fans ;) ) in Great Britain AND the whole world. 

Additionally, I could identify myself with the author in several situations which often made me laugh but sometimes also set me thinking. 

I can definitely recommend the book whether you’re a football fan or not! Also recommend-’The Quest’ by George Kostantinos, another bestselling masterpiece! 

Kurz gesagt hat er alles übernommen und zusätzlich das Buch von Herrn Konstantinos empfohlen.

Wenn man sich nun die Rezensionen des hochgelobten Werkes einmal anschaut, stößt man auf 17 Fünf-Sterne Bewertungen sowie vier 1-Stern Bewertungen, dazwischen gähnende Rezensionsleere.

Die aussagekräftigste Ein-Stern Rezension trägt den Titel “Wenn der Author selbst die positiven Kritiken schreibt…”, in welcher der Autor unter anderem sehr schön feststellt: “Ich würde mich lieber von einer Ente langsam zu Tode picken lassen, als dieses Buch noch einmal in die Hand zu nehmen.”

Der fälschende Autor pickt sich also einerseits beliebige Bücher heraus, schreibt bzw. kopiert dabei eine Rezension und weist auf sein Buch “The Quest” hin. Andererseits hat er 17 Fünf-Sterne Rezensionen zu “The Quest” geschrieben bzw. schreiben lassen.

Dieses Phänomen am konkreten Fall des Autors wird sehr ausgiebig im Rolling Stone Forum diskutiert und lässt trotzdem die Frage offen, was man dagegen unternehmen könnte. Der besagte Autor hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, seine Machenschaften zu verheimlichen und trotzdem bietet Amazon einem nicht die Möglichkeit seine Rezensionen als Plagiate oder Fälschungen zu melden.
Man kann lediglich eine Rezension als unakzeptabel anzuzeigen oder stornieren lassen, Amazon würde dann “das Nötige veranlassen”.
Ich bin gespannt, wie lange so etwas dauert und ob es überhaupt geschehen wird.