Reinfallsreiches Fälschen von Amazon Rezensionen

 

Dass Firmen als auch Privatpersonen bzw. Autoren Rezensionen fälschen und Meinungen zu Produkten und Dienstleistungen erfunden und beeinflusst werden, ist nichts Neues.

Wie plump dabei aber teilweise vorgegangen wird, habe ich durch Zufall gerade anhand einer kopierten Rezension aus dem Jahre 2004 erfahren dürfen, die ich damals zu Nick Hornby’s Fever Pitch geschrieben hatte. Im Original lautete sie:

[...] The book is not just about the author (who’s the protagonist) going to football matches, coming home and getting depressed, sad or what so ever.

It’s more than that – it’s about growing up (gaining independence, leaving school and going to college, falling in love, etc.),
whether watching football is a sensible way to spend one’s time and how people are affected by it,
about human relationships, family(especially the relationship towards one’s parents),
class(football isn’t just a working class kind of thing indeed!), despair, joy and last but not least identity which I consider
as a very interesting part of the book because it examines the different attitudes, habits, accents, backgrounds, origins, etc.
of the people (in this case: football fans ;) ) in Great Britain AND the whole world.

Additionally, I could identify myself with the author in several situations which often made me laugh but sometimes also set me thinking.

Nun hat der Nutzer MartinFrancs 2006 folgende Rezension zum gleichen Werk verfasst:

The book is not just about the author (who’s the protagonist) going to football matches, coming home and getting depressed, sad or what so ever. 

It’s more than that – it’s about growing up (gaining independence, leaving school and going to college, falling in love, etc.), 
whether watching football is a sensible way to spend one’s time and how people are affected by it, 
about human relationships, family(especially the relationship towards one’s parents), 
class(football isn’t just a working class kind of thing indeed!), despair, joy and last but not least identity which I consider 
as a very interesting part of the book because it examines the different attitudes, habits, accents, backgrounds, origins, etc. 
of the people (in this case: football fans ;) ) in Great Britain AND the whole world. 

Additionally, I could identify myself with the author in several situations which often made me laugh but sometimes also set me thinking. 

I can definitely recommend the book whether you’re a football fan or not! Also recommend-’The Quest’ by George Kostantinos, another bestselling masterpiece! 

Kurz gesagt hat er alles übernommen und zusätzlich das Buch von Herrn Konstantinos empfohlen.

Wenn man sich nun die Rezensionen des hochgelobten Werkes einmal anschaut, stößt man auf 17 Fünf-Sterne Bewertungen sowie vier 1-Stern Bewertungen, dazwischen gähnende Rezensionsleere.

Die aussagekräftigste Ein-Stern Rezension trägt den Titel “Wenn der Author selbst die positiven Kritiken schreibt…”, in welcher der Autor unter anderem sehr schön feststellt: “Ich würde mich lieber von einer Ente langsam zu Tode picken lassen, als dieses Buch noch einmal in die Hand zu nehmen.”

Der fälschende Autor pickt sich also einerseits beliebige Bücher heraus, schreibt bzw. kopiert dabei eine Rezension und weist auf sein Buch “The Quest” hin. Andererseits hat er 17 Fünf-Sterne Rezensionen zu “The Quest” geschrieben bzw. schreiben lassen.

Dieses Phänomen am konkreten Fall des Autors wird sehr ausgiebig im Rolling Stone Forum diskutiert und lässt trotzdem die Frage offen, was man dagegen unternehmen könnte. Der besagte Autor hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, seine Machenschaften zu verheimlichen und trotzdem bietet Amazon einem nicht die Möglichkeit seine Rezensionen als Plagiate oder Fälschungen zu melden.
Man kann lediglich eine Rezension als unakzeptabel anzuzeigen oder stornieren lassen, Amazon würde dann “das Nötige veranlassen”.
Ich bin gespannt, wie lange so etwas dauert und ob es überhaupt geschehen wird.

 
 

Axolotol Roadkill, Helene Hegemann, Airen (Man), Berlin und das Berghain

 

Autorin Helege Hegemann und ihr Roman Axolotl Roadkill haben seit Erscheinen des Buches für viel Diskussionsstoff gesorgt.

Ich selbst habe den Roman als Hörbuch erworben und mittlerweile zur Hälfte durch.  Bisher teile ich die Meinung von Sandra, welche in der Debatte den Standpunkt vermisst, dass der Inhalt einfach mal zu krass ist. Ich habe etliche (Anti-)Drogen-Bücher und Filme gelesen bzw. gesehen, aber diese Art, in der Hegemann die heutige Jugend darstellt ist so unglaublich krass, wie ich es noch nie gehört habe. Und es ist meiner Meinung nach eine traurige Wahrheit einiger weniger Menschen in dieser Gesellschaft, gerade in Berlin.

Das Berghain und die kranke Berliner Szene der elektronischen Musik

Man wird älter, man macht Erfahrungen und lernt Leute kennen, denen man seine Handy-Nummer lieber nicht gegeben hätte. Ich selbst war auch einmal im Berghain und es war ein unglaubliches Erlebnis. Nicht umsonst wurde das Berghain von der NY Times als bester Club der Welt bezeichnet.

Die härteste Tür Berlins

Gerade wenn man aus einer Kleinstadt wie Stade kommt, zwar schon in Hamburg und London gelebt hat, kennt man dieses Lebens- und Partygefühl nicht, was vom Berghain und ähnlichen Läden ausgeht.
Die beiden Türsteher der “härstesten Tür Berlin” haben mich dieses Jahr nicht hereingelassen. Warum auch immer.

Der von oben bis unten mit Tattoos und Piercings übersäte Türsteher und Fotograf Sven Marquardt wollte meinen Kumpel sowie mich halt einfach nicht drin haben. Passte aus seiner Sichtweise halt nicht. Und eben diese Einstellung der Türsteher dort sorgt für eine ziemlich ausgelassene wie friedliche Atmosphäre im Club selbst.
Als ich letztes Jahr reingelassen wurde, hatten mich an dem Abend bzw. an dem Morgen 2 Leute angesprochen, ob ich was “dabei hätte”. Ich habe das freundlich verneint und mich weiter irgendwie zur Musik bewegt. Stress hat niemand gemacht.
Man sollte sich, glaube ich zumindest, von den Dark Rooms fernhalten. Ich schreibe bewusst “glaube”, da ich es noch nicht versucht habe und gewiss nicht versuchen möchte, da ich heterosexuell und in einer glücklichen Beziehung bin.

Wer übrigens plant, ins Berghain zu gehen, dem sei die Checkliste von gefuehlskonserve.de empfohlen, wo ich auch obiges Bild herhabe. Es lohnt sich es zumindest einmal zu versuchen. Zur Not geht man halt nach einer Stunde wieder heraus.

Helene Hegemann und Axolotl Roadkill

Nun erwähnt Jung-Autorin Helene Hegemann in ihrem “No Future, wir leben den Moment” Roman Axolotl Roadkill mehrmals Szenen im Berghain beschrieben. Ob sie diese nun erlebt hat, ist mir völlig egal. Es ist ein Roman. Das haben viele Leute vergessen. Primär Menschen, welche von Literatur keine Ahnung haben und sich selbst aufgrund ihrer Party- und Drogenerfahrung für ach so tolle und interessante Menschen halten.
In einigen Fällen hinterlassen sie dann noch pseudo-intellektuelle Kommentare auf Amazon und geben schlechte Bewertungen. Wobei letzteres dazu geführt hat, dass Helene Hegemanns Axolotol Roadkill auf Amazon völlig unverdient im Schnitt lediglich 2 Sterne bei ca. 150 Bewertungen bekommt.

Anfang Mai hat Autorin Helene Hegemann eine Stellungnahme zu diversen Kopier-Vorwürfen veröffentlicht.

In der Online-Ausgabe der Zeit rechnet sie mit ihren Kritikern in leider viel zu langen Sätzen ab, bringt es meiner Meinung jedoch trotzdem auf den Punkt.

Wie Blogger Airen mit seinem Buch Strobo von der Medien-Öffentlichkeit profitiert hat

Viele haben sich einfach nur aufgeregt, dass die sehr junge Helene Hegemann ohne Angabe von Quellen u.a. beim Blogger Airen diverse Zitate geklaut bzw. leicht umformuliert hat.

Ich verlinke Airen bewusst nicht, da er anonym bleiben möchte. Ich respektiere das, auch wenn ich es als vollkommen unnötig erachte. Wer sein homosexuelles Partyleben veröffentlicht, soll gefälligst dazu stehen. Es ist somit einfach ein Teil der Erfahrungen, die man gemacht hat und hat den Charakter geprägt. Da das Thema nicht mehr tabuisiert wird, frage ich mich halt, wieso er sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen will.

In den 80ern haben z.B. Autoren wie Alan Hollinghurst Romane wie A Line of Beauty verfasst, in denen es genau um das gleiche schwule Thema ging, und es teilweise nicht weniger krass dargestellt wurde.

Anyway, was ich eigentlich schreiben wollte:

Bisher hat, soweit ich weiß, niemand darüber geschrieben, dass Airen unglaublich von der Debatte in den Medien profitiert hat. So befindet sich sein Roman Strobo auf dem Amazon.de Verkaufsrang Nr. 3.294 und der Nachfolge-Roman I am Airen Man auf 4.538.

Wenn er einfach nur zitiert worden wäre, hätte sein Buch nahezu definitiv weiterhin in den 5-stelligen Amazon-Verkaufsrängen vor sich hin gegammelt.

Was ich von solchen Büchern halte

Bücher wie Axolotl Roadkill mögen dem Otto-Normal-Verbraucher wie reine Fiktion erscheinen.
Ich habe in meinem relativ kurzen Leben jedoch bereits Sachen gesehen und gehört, die ich bis dato auch nur aus Filmen wie Requiem for a Dream, Kids oder auch Trainspotting kannte. Diese Filme gehören definitiv in meine persönlichen Top20. Diese Filme haben mich immer fasziniert, da Regeln gebrochen werden, die von der Gesellschaft vorgegeben werden. In einer Stadt wie Stade lernt man kaum Leute kennen, die eben diese Regeln zu brechen wagen. Ist man jedoch ein wenig herumgekommen, stößt man immer wieder auf Leute, die ihre Ziele im Leben leider aufgegeben haben und nur noch für den Moment leben. Ich bin froh, dass es mir nicht so geht und nahezu zu 100% nie so gehen wird.

Es gibt einfach wichtigeres im Leben.