Die Google Plus 50 von Chris Brogan in deutscher Sprache

 

Chris Brogan, seines Zeichens renommierter Berater, Speaker und Blogger, hat sich mit Google+ auseinandergesetzt, um schließlich 50 Punkte festzuhalten, über die man sich Gedanken machen sollte.

Wenn ich mir schon ein solch umfangreiches Statement zu Google+ durchlese, dachte ich mir, übersetze ich es doch gleich einmal ins Deutsche und hoffe, dass der ein oder andere Punkt zur Diskussion anregen wird.

1. Google+ ist so konzipiert, dass es einen von Facebook, Twitter oder gar beiden weglocken könnte.

2. Falls Google+ einem wie FrienFeed vorkommt und man Sorge hat, es könnte ebenso verheizt werden, sollte man bedenken, dass Newt Gingrich schon dabei ist.

3. Mit einem G+ Account hat man unbegrenzten Speicherplatz für Fotos bei Picasa (Bedroung für Flickr und Facebook Fotos?!)

4. Mit “Circles” kann man die Privatssphäre in einer übersichtlichen und nachvollziehbaren Art und Weise kontrollieren.

5. Der “about” Bereich ist reichhaltig, robust, erlaubt Links, Fotos, QR Codes und mehr. Marketing-Menschen werden sich freuen.

6. Sobald Google+ beginnt den Page Rank zu beeinflussen, kommen SEO und SEM ins Spiel.

7. When Google Music genauso nahtlos wie YouTube integriert wird, wird Google+ sofort eine ausgereifte Entertainment Medienplattform sein.

8. Die Anroid Integration für Google+ ist bereits klasse. Sollte Google+ sehr gut laufen, könnte dies die Wahl von mobilen Betriebssystemen beeinflussen (sehr spekulativ).

9. Man brauch kein quora wenn man spezifische Fragen in G+ stellen und diese in bestimmten Circles, etc. teilen kann.

10. Das Live Video Chat Feature ist eine starke Ergänzung für Kollaborationsszenarien.

“Man sollte sich fragen: ‘Sollte ich vor allen anderen dabei sein? Wenn ich mich ein Jahr lang nicht damit beschäftige, verliere ich an Boden? Wenn es gerade erst gelaunched ist, wieso sollte ich mich überhaupt schon mit Google Plus beschäftigen?’”

11. Eine eigenständie Google+ Apps Version plus Google Docs würde eine sehr leistungsstarke Business Collaboration Umgebung darstellen und könnte somit die meisten White Label Social Enterprise Technologien ausstechen.

12. Indem G+ unsere Kommentar-Streams sieht, kann Google bessere Abbilder des Social Graphs entfwerfen und AdSense integrieren.

13. Sollte Google+ die Integration von WordPress-Kommentaren anbieten, würde Chris Brogan (Autor der 50 Punkte) dies sofort nutzen.

14. Der lahme +1 Button von vor ein paar Monaten ist nun etwas ziemlich wertvolles geworden, wenn G+ gut läuft.

15. Man weist immer wieder darauf hin, das Facebook 600 Millionen User hat und argumentiert, dass die Leute dort bleiben werden. Wenn man sich jedoch an AOL erinnert, ist das nur eines von vielen Beispielen dafür, dass Leute durchaus abwandern.

16. Es tummeln sich unglaublich viele große Namen auf Google+, um es auszuprobieren. Das mag daran liegen, dass auf G+ alles so sichtbar ist, aber Leute wie Michael Dell und Marc Zuckerberg auf der Plattform zu haben hat, schon was.

17. G+ sorgt dafür, dass GMail mehr genutzt wird. Der Autor hatte z.B. 15 Non-spam Nachrichten in 2 Tagen bekommen, davor 2 Jahre lang überhaupt keine.

18. Wenn Google Calendar integriert wird und es in Richtung tungle geht, könnte der soziale Kalender ziemlich interessant werden.

19. Google Buzz, dass für die meisten im Nirvana gelandet zu sein scheint, sieht nun nach einem netten Sharing Stream im G+ Profile aus, vor allem wenn man viel per Google Reader teilt.

20. Die Anzeige der Bilder in Google+ ist umwerfend und trägt seinen Beitrag dazu bei, G+ zu einer erstaunlichen Medien-Plattform zu machen. Sobald G+ Firmen-Profile zur Verfügung stellt, wird Google+ ein noch größeres Thema sein.

“Könnten Googles Anstrengungen ein Betriebssystem zu entwerfen und der eindrucksvolle Wachstum im Mobile-Markt dazu führen, schnell an Twitter oder Facebook vorbei zu ziehen? Wohl nicht, aber Google ist reich genug, um lange dabei zu sein. Und wenn man an all die zahlreichen Integrationen denkt, sollte man Google nicht aus den Augen lassen.”

21. Durch Google’s Chrome Betriebssystem sowie der starken Verbreitung von Android, ist Google+ nun eine ziemlich starke, integrierter Service für Kommunikation, Media und Sharing auf mehreren, systemeigenen Plattformen. Außerdem wird G+ von Browsern anderer Systeme unterstützt.

22. Man kann Google Translate für Hangouts (Live Multi-User Video Chats) nutzen, um mehrsprachige Kommunikation zu erleichtern. Weder Skype noch Facetime sind dazu momentan in der Lage.

23. Google+ ist perfekt für Social Customer Service konfiguriert. Sie müssten nur Suchmöglichkeiten integrierten, ähnlich wie search.twitter.com es tut.

24. Es wäre kein großer Aufwand Google Voice und somit SMS zu integrieren. GTalk unterstützt außerdem bereits Voice und 1-to-1-Video.

25. Der Autor glaub nicht, dass es sinnvoll wäre, Blogger zu integrieren, da WordPress weitaus besser da steht.

26. G+ wird Bloggen nicht ersetzen, könnte aber ähnlich zu einer sinkenden Blogging-Aktivität beitragen, wie Facebook und Twitter es getan haben. G+ macht es halt sehr einfach zu sehen, wie man die selben Dinge in G+ tun kann und dabei eventuell mehr an Fahrt gewinnt.

27. (Man sollte sich von Nr. 26 nicht verbiegen lassen. Der eigene Blog ist das eigene Heim, während das Bloggen auf einer andere Plattform eher dem Mieten eines Hotelzimmers gleicht, wo man die eigenen Bilder aufhängt und denkt, es würde einem selbst gehören).

28. Twitter vermittelt ein saubereres Newsroom-Gefühl, aber G+ bietet weitaus mehr Möglichkeiten eine Story zu vermitteln und zu verbreiten. Ein News Circle in G+ würde sich so reichhaltig anfühlen wie auf flipboard

29. G+ auf einem Android Tablet ist verdammt gut.

30. Die Integration von Werbung erscheint bisher simpel und offensichtlich. Integration von e-Commerce ist anscheinend auch nicht so schwierig.

“Wird der Mainstream Google+ genauso aufnehmen wie einst Twitter? Bedeuten die unschönen Google+ Account URLs, dass man sie nicht so einfach verständlich in Radio und Fernsehen teilen kann, wie es bei Twitter der Fall ist?”

31. Wenn man seinen Aufenthaltsort mittels Handy preisgibt, erstellt G+ “nearby” Circles und ermöglicht somit lokalbasierte soziale Netzwerke.

32. Sollte G+ etwas besonderes mit QR vorhaben und stärker auf das Senden ortsbasierter Medien setzen, entstünde hier eine wichtige Marketing-Möglichkeit.

33. G+ könnte theoreitsch sehr interessante Möglichkeiten des Multi-Format Publishing (Mehrformatherausgabe) bieten: Mixt man Audio, Video, Foto, Text, Link und Location-Informationen in einem “Package” oder einem “Project”, hat man eine leistungsstarke digitale Veröffentlichungs-Plattform.

34. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir den ersten Hangout Live Music Jam erleben? Dann würden nur noch ein Aufnahme-Button und eine Kasse fehlen, um Micro-Content verkaufen zu können.

35. Wäre Google Places in Google+ integriert und man würde die mobile/nearby Funktion nutzen, könnten interessante Daten für Marketer oder Forscher entstehen.

36. Die Bedeutung des technischen Nutzens von Google+ für gemeinnützige Organisationen könnte sehr interessant sein, vor allem wenn man sich eine Art Google Pages für Google+ vorstellt.

37. Wenn man Google Präsentationen seinem Stream hinzufügen kann, kann man Business Informationen auf sehr praktische Weise innerhalb des Systems teilen.

38. Es sollte die Möglichkeit geben eine seinem Profil eine Notiz hinzuzufügen, um eine Art “Daily Status” festzulegen oder besondere Status Updates hervorzugeben.

39. Wenn Google+ Off-Site Sharing und/oder Bookmarking und einen eigenen URL-Shortener mit Statistiken integriert.

40. Es gibt keine Funktion für private Nachrichten, dafür gibt es auf jeder Profilseite die Möglichkeit, eine E-Mail  zu senden. Das ist einerseits umständlich und widerstrebt andererseits Googles Motivation alles zu veröffentlichen im Gegensatz zu Facebook und Twitter, wo man zwar auch nur glaubt, Privatssphäre zu haben, es einem aber zumindest vermittelt wird.

“Ruft man sich kurz ins Gedächtnis, dass Googles größte Einnahmequelle das Anbieten von zielgerichteter Werbung ist, was tut die Google+ Plattform dann, um Googles Daten-Set zu erweitern? Ein Kleiner Tipp: Jede Menge!”

41. Der Spark-Bereich überzeugt noch nicht wirklich. Fügt man jedoch vom Nutzer erzeugte Inhalte hinzu und lässt den Nutzer zum “Kurator” dieses Bereichs werden, sieht das ganze schon ganz anders aus.

42. Google sollte alltop kaufen und Spark damit ersetzen.

43. Könnten Nutzer sich selbst zu öffentlichen oder privaten Circles hinzufügen, wäre Google+ das ultimative Tool zur Online Event-Registrierung.

44. Hashtags funktionieren nicht wie bei Twitter. Was man bräuchte wären Tools, um eine eigene FOlksonomy aufzubauen. Wenn Google diese implementieren würde, stünden ihnen noch interessantere Social Graphs zur Verfügung.

45. Ford hat sich Google+ bereits sehr genau angeschaut. Ortsbasierte Daten plus Paces plus die Daten der Nutzer und ihrer Freunde sorgen für ein hochwertiges Marketing-Profil und einige wirklich hilfreiche Tools.

46. Google+ wäre die ideale Umgebung für moralisch sauberes Affiliate-Marketing. Vorausgesetzt ein Konzept von Objekten bzw. Dingen würde existieren. Man könnte z.B. schreiben “Mein neues !HTC Legend! ist der Knaller”, wobei !HTC Legend! ein Link wäre, der ein paar Cent generiert, sobald jemand ein solches Gerät aufgrund meiner Empfehlung kauft.

47. Es gab sehr früh bereits Sorgen, dass Marketing-Menschen all die positiven Aspekte ruinieren könnten. Diese Sorgen sind berechtigt. Schließlich handelt es sich um eine neue Plattform, auf der es zu experimentieren gilt, was auch geschehen wird. Der Autor ist trotzdem optimistisch.

48. Kleinere Unternehmen würden von einer Integration von Places, Pages und Google+ profitieren. SOcial Customer Service wäre ein leichtes.

49. Sobald man einige RSS-Feeds von gespeicherten Suchen direkt in Google+ einfließen lassen kann, könnte man mit Google+ einerseits Medien passiv konsumieren, andererseits aber auch aktiv selbst gestalten.

50. Die Idee der “Trending Topics” wäre exponentiell wertvoller innerhalb von Google+, je nach dem wie die Algorithmen darüber denken.

 

Diskussion

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  • http://twitter.com/daniel_x11 daniel kunkel

    Super Zusammenfassung. Vielen Dank und sehr interessant! Bin wirklich sehr gespannt wie es sich entwickelt!

    Beste Grüße
    Daniel Kunkel
    http://www.grafikdesign-kunkel.de

  • http://www.twitter.com/smartens83 SMartens

    Danke für deinen Kommentar Daniel. Mir geht’s genauso. Ich finde Google+ jetzt schon klasse und bin sehr gespannt, was für neue Features es noch geben wird, und vor allem, ob und wie Facebook nachzieht abgesehen von der Skype-Kooperation und der Gruppenfunktion. Mal schauen!

  • michael

    “Mit einem G+ Account hat man unbegrenzten Speicherplatz für Fotos bei Picasa”

    Was? Wirklich? Bisher hat picasa eine Begrenzung was den Speicherplatz angeht, so sehe ich dort z.Bsp. gerade

    Sie verwenden zurzeit 88 MB (8,68%) Ihres Kontingents von 1024 MB

    …mit einem Angebot, zusätzlichen Speicher zu kaufen.

    btw: Wo kommt man eigentlich an invites? 8-)

  • admin

    Könnte daran liegen, dass du noch keinen G+ Account hast.

    Invites braucht man nicht mehr, insofern man einen Google Mail Account hat – lohnt sich! ;)